Getrabe der durch die Stadt galoppierenden Pferde mit Fässern auf der Kutsche, Gebimmel in Zehenten Binderhandwerken, Schnarren der Spindelpressen in Untertoren der Bürgerhäuser. Was für eine Bedeutung hatte Wein in mittelalterlicher Trnava? Blicken Sie in die berühmte, mit Rebenschösslingen verwobene Geschichte ein...

Weinberge weit und breit...

Es bietet sich die Frage, warum Trnavaer Bürger Weinberge auf so einer großen Fläche von Kleinen Karpaten bis zu Waag besaßen? Der Grund dafür war sehr einfach. Es lohnte sich, denn das Geschäft mit Wein war sehr lukrativ. Nach Wein war Nachfrage. Wasser war sehr oft kontaminiert. So wurde in großen Mengen Wein als sicheres alltägliches Getränk getrunken, oft mit Wasser verdünnt oder um verschiedene Zutaten und Gewürze ergänzt. Es ist wichtig zu erwähnen, dass mittelalterliches Klima wärmer war als in späteren Zeiten, also es ging der Rebe gut auch in flachliegenden Böden, nicht nur auf Berglehnen der Kleinen Karpaten. In Trnavaer Umgebung war keine Gemeinde ohne Weinberge. Mittelalterliche Trnava gehörte so (zusammen mit Bratislava) zu den größten ungarischen Weinzentren.

Trnava, ungarisches Geschäftszentrum mit Wein...

Trnava war eine bedeutende Stoßstelle ausländischer Käufer und heimischen Markts.  Die erste nicht direkte Erwähnung über Weinbau in Trnava ist aus dem Jahre 1258, als man in  Die ersten deutschen und bald auch die wallonischen Käufer siedelten hier wahrscheinlich schon im 12 Jahrhundert und erkannten Potential des lokalen Weins. Bewohner von Trnava waren sehr wichtige Spieler im Geschäft mit Wein, noch bevor sie im Jahre 1238 Privilegien der freien königlichen Stadt bekam. Der Herrscher bestätigte mit dieser Urkunde nur den bedeutenden wirtschaftlichen Status, der hier schon vor mehreren Jahrzehnten entstanden hatte. Wir nehmen an, dass eine von den Ursachen, warum Trnava als erste Stadt auf dem Gebiet der heutigen Slowakei diese Privilegien gewann, war das entwickelte Geschäft mit Wein.

Nach tatarischer Invasion (1241-42) kamen in die Stadt weitere deutsche Gäste, die in Einkauf neuer Weinberge investierten. Ihre Verbreitung unter Berglehnen der Kleinen Karpaten und Gewinnung der Weinberge geling in sehr große Maßen in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, seit wann wir es auch schriftlich belegt haben. Dieser Prozess wurde so umfangreich, dass man ihn regulieren musste. Es ist keine Überraschung, dass die ersten schriftlichen Erwähnungen über Weinbau aus dieser Zeit in Svätý Jur, Pezinok oder später in Modra gerade Trnavaer betreffen oder verschiedene Konflikte wegen Gebühren für lokale Grundherren lösten.

Worum ging es in diesen Uneinigkeiten? Man kann einfach schreiben, dass die adeligen Besitzer einen höheren Anteil vom Profil wollten, den die Trnavaer Bürger für sich schufen. Landherren unterstützten Weinbauentwicklung auf ihren Grundstücken (so verdienten sie mehr Geld als in anderen landwirtschaftlichen Tätigkeiten), trotzdem versuchten sie bald die Gebühren zu erhöhen, weil sie an dem lukrativen Geschäft mit Wein teilnehmen wollten.

Expansion der Trnavaer im Bereich des Weinbaus setzte auch im 14. Jahrhundert fort und mit ihr auch Bemühungen der Landherren um Gebührenerhöhung.  Man kann einfach schreiben, dass die enthaltenen Urkunden aus der Zeit bis zum Ende 16. Jahrhunderts Bemühungen verschiedener Landherren beweisen, die in Svätý Jur, Pezinok, Modra oder Rotenstein den Trnavaern ihre Weinbautätigkeit verhindern wollten, oder Gebühren und naturale Abgaben erhöhen wollten. Trnavaer wehrten sich und suchten Hilfe bei den Herrschern, die ihnen für Gebühr ihre Privilegien und Feibriefe bestätigten. Wir geben sie wegen ihrer häufiger Wiederholung und großer Menge an dieser Stelle nicht an. Wichtig ist, dass Trnava diese Konflikte meistens gewann und damit bewahrte ihre Position eines der größten Händler mit Wein in Königreich Ungarn.

Geschäft mit Wein erblühte im 14. Jahrhundert, Trnava wurde reich. Dazu half auch die Tatsache, dass die Stadt auf der Hauptgeschäftsreise - sgn. Bohemischen Geschäftsreise zwischen Prag und Bautzen liegte. In diesen Städten hatten die Käufer eine gute Verbindung mit weiteren ausländischen Märkten. So wurde Trnavaer Wein nicht nur in Königreich Ungarn getrunken, sondern mehr in Mähren, Tschechien, Schlesien und Polen. Dieser Trend dauerte auch im 15. Jahrhundert. Städtische Rechnungen aus dieser Zeit verraten, dass nach Bratislava gerade Trnavaer die größten Weinberge in ganzer Region der Kleinen Karpaten hatten. Eine Aufnahme aus dem Jahre 1422 spricht über Ausfuhr von 2 685 456 Litern Trnavaer Wein.

Neben Weinbergen in unmittelbarer Nähe von Kleinen Karpaten versuchten Trnavaer neue Weinberge auch in ihrem Gemeindegebiet und auf Böden der untertänigen Gemeinden zu pflanzen, wie z.B. in Hrnčiarovce, Modranka, Brestovany und Rosenthal. Die Urkunden aus 15. Jahrhundert beweisen auch Weinberge im Gemeindegebiet im Teil Kráľová, Syslová, Nemečanka oder Peklo.

Reduktion der Weinberge nicht nur wegen klimatischer Bedingungen...

Die Bedeutung des Weinbaus sank sanft seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Weinberge in der Stadtumgebung wurden nach und nach ausgehoben und durch Kornproduktion ersetzt. So reagierten Trnavaer auf sinkende Rentabilität des Weinbaus und begannen, sich in anderen landwirtschaftlichen Bereichen zu engagieren. Trotzdem bildete Weinverkauf im 16. Jahrhundert immer noch die wichtigste Position im Stadteinkommen.

Warum wurde Wein in Trnavaer Bedingungen nicht mehr so lukrativ? Es gibt mehrere Antworten. Fakt ist, dass Gebühren für Bearbeitung der Weinberge auf fremden Eigentümern viel schneller stiegen als die Weinpreise. Politische Unbeständigkeit in der Zeit vor und nach türkischer Invasion nach der Schlacht bei Mohács im Jahre 1526 verursachte, dass man die vom Herrscher bestätigten Privilegien nicht genug respektierte und man nicht in die Pflanzung neuer Weinberge investierte. Flachliegende Regionen wurden der zerstörenden Invasion türkischer oder Söldnertruppen ausgestellt.  Auch klimatische Bedingungen veränderten sich - das Wetter war kälter als im Mittelalter. Es ging der Rebe auf der Niederung nicht so gut, so zogen die Weinberge nach und nach nur in die südöstlichen Berglehnen der Kleinen Karpaten, wo intensivere Sonnenstrahlung und bestimmter Schutz vor kaltem Wind und Frost war. Niedrige Qualität der Rebe verursachte niedrige Qualität Trnavaer Weins und man konnte nicht hohen Preis verlangen.

Kombination dieser Fakten hatte zur Folge, dass die Weinberge am Anfang des 18. Jahrhunderts aus dem Gemeindegebiet fast verschwanden. Einige der Trnavaer Bürger besaßen auch weiter Weinberge guter Qualität in der Nähe von Kleinen Karpaten, von denen später natürlicherweise Zentrum der Weinproduktion wurde. Unter die bedeutendsten Trnavaer Weinlokalitäten im 17. und 18. Jahrhundert gehörten Suchá nad Parnou, Horné Orešany, Dolné Orešany und teilweise Modra. Geschäft mit Wein konzentrierte sich nach und nach in die Hände einiger Großhändler und in Trnava verlor seinen Mehrheitscharakter.

“Das größte Fass in der Welt” erweckte Ruhm der Trnavaer Weine...

Im 19. Jahrhundert notierte Trnavaer Wein noch eine Zeit der Renaissance. Sie wurde mit der Person Anton Valc (Walz) verbunden. Dieser Großhändler bedeckte die Stadt mit Ruhm dank seinen Kellern und vor allem dank seinem Riesenfass - einer großen touristischen Attraktion. Viele durch Trnava fahrende Wanderer beschrieben es als das größte Fass in der Welt, das mit Wein gefüllt war. Das Fass war eine lokale Seltsamkeit und man sprach wieder über Trnava im Zusammenhang mit Wein. Die Keller lagen am Vorort des ehemaligen jesuitischen Gartens (in letzter Vergangenheit Objekt der Mälzereien in Sladovnícka Straße). Ihr Bau begann im Jahre 1810 und endete im Jahre 1813. Später erweiterte Anton Valc die Keller noch. Er orientierte sich auf Großhandel mit Wein, was bedeutete, dass er die meisten Weine von Anderen kaufte und weiter verkaufte. Bald wurde Valc in ganz Königreich Ungarn bekannt und exportierte einen bedeutenden Teil seiner Produktion ins Ausland. Er hatte einen breiten Abnehmernetz und sein Lieferant wurde auch Erzbischof Josef, ungarischer Palatin.  Auch die meisten Trnavaer Schenker kauften Wein gerade von ihm.

Valc bat im Jahre 1821 um Verleihung des Adeltitels und seiner Bitte kam der Herrscher entgegen. Bei dieser Gelegenheit begann Valc einen neuen Familiennamen zu benutzen - Szulíny. Deshalb wird manchmal das große Fass als Fass von Anton Valc und manchmal als Fass von Anton Szulíny beschrieben. Das Fass wurde in Budapest im Jahre 1822 gefertigt, im Jahre 1823 wurde es in Trnavaer Keller gestellt und während der Osterwoche im Jahre 1824 wurde es mit Wein gefüllt. Szulíny zeigte sich auch dei seinem Transport als ein Unternehmer. Nach der Fassfertigung im Sommer 1823 erlaubte er den Bewohnern von Bautzen und Budapest, das Werk auszustellen. Mit Geld, das man bei der Ausstellung verdiente, zahlte er die Kosten für Transport nach Trnava und Installation im Keller.  Sein Umfang war mehr als 114 000 Liter und in den Keller, wo es liegte, führte später Eisenbahn!

Obwohl mit Verspätung einiger Jahrzehnten, aber doch. Lokale Weingüter knüpfen an berühmte Verbindung vom Wein und Trnava an und mit ihren weltweiten Erfolgen und Renommee beweisen, dass sie diese Kunst nicht nur in ihren Wurzeln, sondern auch in ihren Herzen verwurzelt haben.

Erstellt in Zusammenarbeit mit dem Direktor des Kleinkarpatischen Weinbaumuseums in Pezinok, Hr. PhDr. Martin HRUBAL, PhD.